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Max Planck zum Thema Gott und Naturwissenschaft

Ein paar Zitate von Max Planck mit Anmerkungen von Wolf-Ekkehard Lönnig

 

1. Zitate

2. Max Planck und die Evolutionstheorie

3. Plancks persönlicher und unpersönlicher Gott

4. Plancks Thematik keine Ausnahme unter Naturwissenschaftlern

 

1. Zitate

Im Folgenden gebe ich einige Worte von Max Planck zum Thema Gott und Naturwissenschaft wieder, die er im Rahmen seiner naturwissenschaftlichen Vorträge formulierte ("als Naturforscher" - wie er zu sagen pflegte)[Hervorhebungen im Schriftbild von W.-E.L.]:

Max Planck: "Meine Herren, als Physiker, der sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft, der Erforschung der Materie widmete, bin ich sicher von dem Verdacht frei, für einen Schwarmgeist gehalten zu werden.

Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich.

Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt - es ist der Menschheit nicht gelungen, das heißersehnte Perpetuum mobile zu erfinden - so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewußten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund aller Materie. Nicht die sichtbare, aber vergängliche Materie ist das Reale, Wahre, Wirkliche - denn die Materie bestünde ohne den Geist überhaupt nicht - , sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre! Da es aber Geist an sich ebenfalls nicht geben kann, sondern jeder Geist einem Wesen zugehört, müssen wir zwingend Geistwesen annehmen. Da aber auch Geistwesen nicht aus sich selber sein können, sondern geschaffen werden müssen, so scheue ich mich nicht, diesen geheimnisvollen Schöpfer ebenso zu benennen, wie ihn alle Kulturvölker der Erde früherer Jahrtausende genannt haben: Gott! Damit kommt der Physiker, der sich mit der Materie zu befassen hat, vom Reiche des Stoffes in das Reich des Geistes. Und damit ist unsere Aufgabe zu Ende, und wir müssen unser Forschen weitergeben in die Hände der Philosophie." (1)

Max Planck (1937, S. 331/332): "Im Gegensatz dazu [der Methodik des religiösen Menschen] ist für den Naturforscher das einzig primär Gegebene der Inhalt seiner Sinneswahrnehmungen und der daraus abgeleiteten Messungen. Von da aus sucht er sich auf dem Wege der induktiven Forschung Gott und seiner Weltordnung als dem höchsten, ewig unerreichbaren Ziele nach Möglichkeit anzunähern. Wenn also beide, Religion und Naturwissenschaft, zu ihrer Betätigung des Glaubens an Gott bedürfen, so steht Gott für die eine am Anfang, für die andere am Ende alles Denkens. Der einen bedeutet er das Fundament, der anderen die Krone des Aufbaus jeglicher weltanschaulicher Betrachtung." (2)

S. 332: "Religion und Naturwissenschaft - sie schließen sich nicht aus, wie manche heutzutage glauben oder fürchten, sondern sie ergänzen und bedingen einander. Wohl den unmittelbarsten Beweis für die Verträglichkeit von Religion und Naturwissenschaft auch bei gründlich-kritischer Betrachtung bildet die historische Tatsache, daß gerade die größten Naturforscher aller Zeiten, Männer wie Kepler, Newton, Leibniz von tiefer Religiosität durchdrungen waren."

Max Planck (1923, S. 164): "Freilich: daß ein an Weisheit uns himmelhoch überlegenes Wesen, welches jede Falte in unserem Gehirn und jede Regung unseres Herzens durchschauen kann, unsere Gedanken und Handlungen als kausal bedingt erkennen würde, das müssen wir uns schon gefallen lassen. Darin liegt aber keinerlei Herabwürdigung unseres berechtigten Selbstgefühls. Teilen wir doch diesen Standpunkt auch mit den Bekennern der erhabensten Religionen. Soweit wir dagegen selbst als erkennendes Subjekt auftreten, müssen wir auf eine rein kausale Beurteilung unseres gegenwärtigen Ich Verzicht leisten. Hier ist also die Stelle, wo die Willensfreiheit einsetzt und ihren Platz behauptet, ohne sich durch irgend etwas verdrängen zu lassen."

Max Planck (1926, S. 205): "Es hat Zeiten gegeben, in denen sich Philosophie und Naturwissenschaft fremd und unfreundlich gegenüberstanden. Diese Zeiten sind längst vorüber. Die Philosophen haben eingesehen, daß es nicht angängig ist, den Naturforschern Vorschriften zu machen, nach welchen Methoden und zu welchen Zielen hin sie arbeiten sollen, und die Naturforscher sind sich klar darüber geworden, daß der Ausgangspunkt ihrer Forschungen nicht in den Sinneswahrnehmungen allein gelegen ist und daß auch die Naturwissenschaft ohne eine gewisse Dosis Metaphysik nicht auskommen kann."

Max Planck (1930, S. 243): "Vor Gott sind alle Menschen, auch die vollkommensten und die genialsten, auch ein Goethe und ein Mozart, primitive Geschöpfe, deren geheimste Gedanken und feinste Gefühlsregungen unter seinem Auge sich wie Perlen einer Kette in regelmäßiger Aufeinanderfolge aneinanderreihen. Das tut der Würde dieser großen Männer keinen Eintrag. Nur muss man immer berücksichtigen, daß es eine Vermessenheit und ein Unsinn wäre, wenn man auf Grund dieser Überlegungen den Versuch machen wollte, es dem göttlichen Auge gleichzutun und die Gedanken des göttlichen Geistes vollständig nachzudenken. Der gewöhnliche menschliche Intellekt würde gar nicht fähig sein, die tiefsten Gedanken auch nur zu verstehen, selbst wenn sie ihm mitgeteilt würden, und insofern entzieht sich der Satz von der Determiniertheit der geistigen Vorgänge in vielen Fällen einer jeden Prüfung, er ist metaphysischer Art, ebenso wie der Satz, daß es eine reale Außenwelt gibt."

Max Planck (1930, S. 247/248) (Zu Johannes Kepler* nach Aufführung der Schwierigkeiten und Nöte im Leben dieses Forschers): "Was ihn bei all dem aufrecht erhielt und arbeitsfähig machte, war...sein Glaube an das Walten vernünftiger Gesetze im Weltall. Das sieht man besonders deutlich an einem Vergleich mit seinem Meister und Vorgesetzten Tycho de Brahe. Dieser war im Besitz derselben wissenschaftlichen Kenntnisse..., aber ihm fehlte der Glaube an die großen ewigen Gesetze. Deshalb blieb Tycho de Brahe einer unter mehreren verdienten Forschern, Kepler aber wurde der Schöpfer der neueren Astronomie."

[Dazu ein Zitat von Johannes Kepler(1571-1630): "Unsere Andacht [Gott auf die wahre Weise zu feiern, zu verehren, und zu bewundern] ist um so tiefer, je besser wir die Schöpfung und ihre Größe erkennen. Wahrlich, wie viele Loblieder auf den Schöpfer, den wahren Gott, hat David, der wahre Diener Gottes gesungen! Die Gedanken dazu hat er aus der bewundernden Betrachtung des Himmels geschöpft. Die Himmel verkünden die Herrlichkeit Gottes, sagt er....Ich will nicht davon reden, daß mein Gegenstand ein gewichtiges Zeugnis für die Tatsache der Schöpfung ist, die von Philosophen geleugnet worden ist. Denn wir sehen hier, wie Gott gleich einem menschlichem Baumeister, der Ordnung und Regel gemäß an die Grundlegung der Welt herangetreten ist und jegliches so ausgemessen hat, daß man meinen könnte, nicht die Kunst nehme sich die Natur zum Vorbild, sondern Gott selber habe bei der Schöpfung auf die Bauweise des kommenden Menschen geschaut" (Kepler 1596).](3)

Max Planck (1932, S. 266): "Der Einwand, daß dieser ideale Geist selber doch nur ein Produkt unserer Gedanken ist und daß unser denkendes Hirn schließlich auch aus Atomen besteht, die physikalischen Gesetzen gehorchen, vermag einer näheren Prüfung nicht standzuhalten. Denn es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß unsere Gedanken uns ohne weiteres über jedes uns bekannte Naturgesetz hinausführen können und daß wir Zusammenhänge auszumalen vermögen, die mit eigentlicher Physik überhaupt nichts mehr zu tun haben. Wer da behauptet, daß der ideale Geist nur im menschlichen Gedanken existieren könnte und mit dem Denkenden zugleich aus dem Leben verschwinden würde, der müßte konsequenterweise auch behaupten, daß die Sonne, wie überhaupt die ganze uns umgebende Außenwelt, nur in unseren Sinnen, als der einzigen Quelle unserer wissenschaftlichen Erkenntnis, existieren kann, während doch jeder vernünftige Mensch davon überzeugt ist, daß die Sonne selbst beim Aussterben des ganzen Menschengeschlechts nicht im mindesten dadurch an Leuchtkraft einbüßen würde. Wir glauben an die Existenz einer realen Außenwelt, obwohl sie sich einer jeden direkten Erforschung entzieht. Ganz ebenso hindert nichts, an die Existenz eines idealen Geistes zu glauben, obwohl er sich niemals zum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung machen lassen wird."

S. 266/267: "Freilich aufzwingen läßt sich dieser Glaube niemandem, ebensowenig wie man die Wahrheit befehlen oder den Irrtum verbieten kann. Aber allein die einfache Tatsache, daß wir wenigstens bis zu einem gewissen Grade imstande sind, künftige Naturereignisse unseren Gedanken zu unterwerfen und nach unserem Willen zu lenken, müsste ein völlig unverständliches Rätsel bleiben, wenn sie nicht zum mindesten eine gewisse Harmonie ahnen ließe, die zwischen der Außenwelt und dem menschlichen Geist besteht. Und es ist logisch genommen nur eine Frage von sekundärer Bedeutung, bis zu welcher Tiefe man sich die Reichweite dieser Harmonie erstreckt denken will. Die vollendetste Harmonie und damit die strengste Kausalität gipfelt jedenfalls in der Annahme eines idealen Geistes, der sowohl das Walten der Naturkräfte als auch die Vorgänge im Geistesleben des Menschen bis ins Einzelste und Feinste in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft durchschaut.

Wie steht es dann aber mit der Freiheit des Willens?...Nach meiner Meinung besteht nicht der geringste Widerspruch zwischen dem Walten einer strengen Kausalität in dem hier behandelten Sinne und der Freiheit des menschlichen Willens. Denn das Kausalgesetz einerseits und die Willensfreiheit andererseits beziehen sich auf ganz verschiedenartige Fragen. Während man, wie wir gesehen haben, zum Verständnis einer strengen Kausalität im Weltgeschehen der Annahme eines idealen, alles durchschauenden Geistes bedarf, ist die Frage, ob der Wille frei ist oder nicht, lediglich eine Angelegenheit des Selbstbewußtseins, sie kann also nur durch das eigene Ich entschieden werden. Der Begriff der menschlichen Willensfreiheit hat nur den Sinn, daß der Mensch sich selbst innerlich frei fühlt, und ob das der Fall ist, kann nur er selber wissen. Damit steht nicht im Widerspruch, daß seine Willensmotive von einem idealen Geiste vollständig durchschaut werden können. Wer sich durch eine solche Vorstellung in seiner sittlichen Würde geschmälert fühlt, der vergisst die himmelhohe Erhabenheit des idealen Geistes über seine eigene Intelligenz."

Max Planck (1935, S. 296): "Wie dem immerhin sein mag, und welche Ergebnisse dereinst einmal ans Tageslicht kommen werden, eins läßt sich auf alle Fälle mit voller Sicherheit behaupten: von einer restlosen Erfassung der realen Welt wird ebensowenig jemals die Rede sein können wie von einer Erhebung der menschlichen Intelligenz bis in die Sphäre des idealen Geistes....Wohl aber hindert nichts an der Annahme, daß wir uns dem unerreichbaren Ziele fortdauernd und unbegrenzt annähern können, und dieser Aufgabe zu dienen, in der einmal als aussichtsreich erkannten Richtung dauernd vorwärts zu kommen, ist gerade der Sinn der unablässig tätigen, sich immer aufs neue korrigierenden und verfeinernden wissenschaftlichen Arbeit."

Max Planck (1937, S. 320) (Nach seiner Ablehnung von "Naturwundern"): "Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, wenn die Gottlosenbewegung, welche die Religion als ein willkürliches, von machtlüsternden Priestern ersonnenes Trugbild erklärt und für den frommen Glauben an eine höhere Macht über uns nur Worte des Hohnes übrig hat, sich mit Eifer die fortschreitende naturwissenschaftliche Erkenntnis zunutze macht und im angeblichen Bunde mit ihr in immer schnelleren Tempo ihre zersetzende Wirkung über die Völker der Erde in allen ihren Schichten vorantreibt. Daß mit ihrem Siege nicht nur die wertvollsten Schätze unserer Kultur, sondern, was schlimmer ist, auch die Aussichten auf eine bessere Zukunft der Vernichtung anheimfallen würden, brauche ich hier nicht näher zu erörtern."

S. 332: "Die Naturwissenschaft braucht der Mensch zum Erkennen, die Religion aber braucht er zum Handeln."

S. 333: "Es ist der stetig fortgesetzte, nie erlahmende Kampf gegen Skeptizismus und Dogmatismus, gegen Unglaube und Aberglaube, den Religion und Naturwissenschaft gemeinsam führen. Und das richtungweisende Losungswort in diesem Kampf lautet von jeher und in alle Zukunft: Hin zu Gott!"

2. Max Planck und die Evolutionstheorie

Wie oben gezeigt, ist Max Planck zu den Vertretern des ontologischen 'Idealismus' zu rechnen, die das Intelligent-Design-Prinzip durch den idealen Geist (um seine wiederholte Redewendung zu gebrauchen) konsequent auf die Entstehung der Materie mit ihren Gesetzlichkeiten angewandt haben. Dabei kann man ihn als Vertreter "eines strengen Determinismus" (S. 256, 260, 292, 345) betrachten. Von seinen Voraussetzungen der "strengen Kausalität", der "allumfassenden Kausalität" (S. 162), einer "strengen Gesetzlichkeit" (S. 242) und "eine[r] absolute[n] Gesetzlichkeit in der Natur" (S. 194), die er für sich nicht im Geringsten zu relativieren bereit war - [hier unterscheiden sich übrigens auch die besten Geister in der Physik**] - lehnte er den "blinden Zufall und das Wunder" ab (S. 162). Planck: "In diesem Sinn sprechen wir auch von der Gültigkeit eines allgemeinen Kausalgesetzes und von der Determinierung sämtlicher Vorgänge in der natürlichen und in der geistigen Welt durch dieses Gesetz" (S. 302). Das Prinzip wandte er auch auf die Quantenphysik an: "In dem Weltbilde der Quantenphysik herrscht der Determinismus ebenso streng wie in der klassischen Physik..." (S. 260). Und zur Relativitätstheorie: "Aber wenn dem Raum und der Zeit der Charakter des Absoluten abgesprochen worden ist, so ist das Absolute nicht aus der Welt geschafft, sondern es ist nur weiter rückwärts verlegt worden, und zwar in die Metrik der vierdimensionalen Mannigfaltigkeit, welche daraus entsteht, daß Raum und Zeit mittels der Lichtgeschwindigkeit zu einem einheitlichen Kontinuum zusammengeschweißt werden. Diese Metrik stellt etwas von jeglicher Willkür abgelöstes Selbständiges und daher Absolutes dar. So ist auch in der vielfach mißverstandenen Relativitätstheorie das Absolute nicht aufgehoben, sondern es ist im Gegenteil durch sie nur noch schärfer zum Ausdruck gekommen, daß und inwiefern die Physik sich allenthalben auf ein in der Außenwelt liegendes Absolutes gründet" (S. 171).

Er räumt jedoch ein (1937, S. 342): "Auf der anderen Seite muß aber auch wieder in Betracht gezogen werden, daß der prinzipielle Indeterminismus keineswegs undenkbar ist." Er kann sich jedoch mit diesem Verständnis der Welt in keiner Weise anfreunden. Er gibt auch zu, dass "sich der Satz von der Determiniertheit der geistigen Vorgänge in vielen Fällen einer jeden Prüfung" entzieht, denn "er ist metaphysischer Art, ebenso wie der Satz, daß es eine reale Außenwelt gibt" - Aber wer will schon die reale Außenwelt leugnen? Dennoch: Planck (an)erkennt, dass seine Auffassung vom strengen Determinismus der Welt nicht das letzte Wort sein muss, blieb aber bei dieser Auffassung Zeit seines Lebens.

An anderer Stelle fragt er (1930, S. 241/242): "Gilt das Kausalgesetz, wie man bisher stets annahm, für jeden physikalischen Vorgang bis ins einzelne in aller Strenge oder besitzt es, auf die feinsten Vorgänge in den Atomen angewandt, nur eine summarische, statistische Bedeutung? Auch diese Frage läßt sich nicht von vornherein, weder auf rein erkenntnistheoretischem Wege noch durch Messungen entscheiden. Es steht vielmehr von vornherein ganz in dem Belieben des spekulierenden und hypothesenbildenden Physikers, ob er es vorzieht, sein Weltbild mit der strengen dynamischen oder aber mit der statistischen Kausalität auszustatten." Und er argumentiert dann, "daß die Annahme einer strengen Kausalität vorzuziehen ist, einfach deshalb, weil die dynamische Gesetzlichkeit viel weiter und tiefer greift als die statistische..." Andere Größen der Physik sahen und sehen das anders.

Max Planck (1926, S. 194): "Wenn wir...nicht einmal imstande sind, den Nachweis zu führen, daß in der Natur überhaupt eine Gesetzlichkeit besteht, so wird es uns um so weniger gelingen, von vornherein zu beweisen, daß diese Gesetzlichkeit eine absolute ist. Man muß also vom logischen Standpunkt aus der Hypothese, daß es in der Natur nur statistische Gesetzlichkeit gibt, von vornherein volle Berechtigung zugestehen." [Aber diese Annahme empfehle sich nicht für die Forschung.]

Max Planck (1932, S. 268): "Allerdings lässt sich das Kausalgesetz ebensowenig beweisen wie logisch widerlegen, es ist also weder richtig noch falsch; aber es ist ein heuristisches Prinzip, ein Wegweiser, und zwar nach meiner Meinung der wertvollste Wegweiser, den wir besitzen..."

Lässt man nun Plancks "strengen Determinismus" (S. 256) fallen, dann fällt spätestens damit auch die Einschränkung von Intelligent Design durch den idealen Geist ausschließlich auf die Erzeugung der Materie (Plancks total determinierte Welt). Der ideale Geist ist jedoch frei, Lebensformen auch direkt zu erschaffen. - Es scheint mir übrigens ein weit verbreitetes Missverständnis zu sein, dass eine göttliche Schöpfung mit Notwendigkeit zugleich eine "Verletzung" physikalischer Gesetzlichkeiten bedeuten würde. Die Richtigkeit meiner Feststellung wird sofort deutlich, wenn wir diese Aussage auf menschliche "Schöpfer" anwenden: Kein (Computer- und sonstiger) Ingenieur, kein Architekt, kein Bioniker, etc. verletzt bei der Realisierung seiner Pläne physikalische Gesetze. Wenn der menschliche Geist die Freiheit hat, innerhalb physikochemischer Gesetzlichkeiten neue Formen und Funktionen zu schaffen, die ohne seinen Geist niemals erzeugt worden wären - wieviel mehr muss dann der über der Weltordnung stehende göttliche Geist (z. B. durch gezielten Einsatz von Energie [E=mc2] und Information) dazu in der Lage sein!

Viele von Plancks 'idealistischen' Zeitgenossen in der Biologie - also diejenigen, die nun für biologische Fragen entsprechend qualifiziert waren (Planck hat sich meines Wissens nie systematisch mit dem Darwinismus auseinandergesetzt) - gehörten zu den Denkern, die das Geist-zuerst-Prinzip zusätzlich auf die Entstehung der Lebensformen anwandten: Buchner, Dacqué, Dennert, Driesch, Ehrenberg, Fischel, Fleischmann, Friedrichs, Harms, von Huene, Kälin, Kleinschmidt, Kuhn, A. Cressy Morrison, Nachtwey, Reinke, Troll, Uexküll, Wasmann, Weiss und viele weitere Forscher. Alle diese Biologen (in der Regel Professoren und Direktoren biologischer Institute) werden von extremen Vertretern des Materialismus ebenfalls als "Kreationisten" abqualifiziert, denn sie alle nannten naturwissenschaftliche und logische Gründe dafür, dass die Lebensformen nicht "von selbst", sondern nur durch den idealen Geist (um wieder die Formulierung Plancks zu gebrauchen) entstanden sein können, und zwar entweder durch eine teleologische Evolution oder durch direkte Erschaffung. Nach Planck sind die Lebensformen zwar ebenfalls durch den idealen Geist bedingt, aber nur indirekt, wenn auch als unausweichliche Folge des strengen Determinismus der physikalischen Gesetze (determinierte Entwicklung der Lebensformen).

 

3. Plancks persönlicher und unpersönlicher Gott

Lässt man nun die obigen Bemerkungen Plancks zum Thema Gott und Naturwissenschaft noch einmal vor dem geistigen Auge Revue passieren - zu Recht drängt sich dabei wohl fast allen Lesern der Gedanke an den allmächtigen und persönlichen Gott auf -, und vergleicht diese mit seinem folgenden von materialistischer Seite häufig zitierten Ausspruch, dass, so Planck, "ich seit jeher tief religiös veranlagt bin, daß ich aber nicht an einen persönlichen Gott, geschweige denn an einen christlichen Gott glaube. Näheres darüber würden Sie in meiner Schrift "Religion und Wissenschaft" finden" (4), - so dürfte die Frage, ob diese Bemerkung nicht im Widerspruch zu seinen meisten Äußerungen an anderer Stelle stehe, vielleicht nicht ganz unberechtigt sein (siehe oben).

Verständlich erscheint mir zunächst einmal seine Erklärung, dass er nicht "an einen christlichen Gott" glaube: Hier könnte man z. B. an die kirchliche Dogmatik mit ihrer Trinitätstheologie denken. Auch Isaak Newton hat die Trinitätslehre wiederholt und deutlich abgelehnt, jedoch nie den persönlichen Gott. Man darf sich jedenfalls fragen, in welchem Verhältnis Plancks hier wiedergegebene Bemerkung zum persönlichen Gott zu seinen ausführlichen übrigen Feststellungen zum selben Thema stehen. Oder - um diesen Punkt anhand einiger Fragen genauer herauszuarbeiten:

(1) Wie könnte ein "bewußter intelligenter Geist" zugleich "unpersönlich" - d. h. ohne Persönlichkeit - sein?

(2) Wenn Planck von Gott und seiner Weltordnung spricht - wie kann dann Gott diese Weltordnung selbst sein?

(3) Wie ist es möglich, "daß ein an Weisheit uns himmelhoch überlegenes Wesen, welches jede Falte in unserem Gehirn und jede Regung unseres Herzens durchschauen kann", dabei gleichzeitig ohne Persönlichkeit sein sollte? - Welche unpersönliche Weltordnung könnte etwas "durchschauen"?

(4) Zu Plancks Ausspruch, dass es "ein Unsinn wäre, wenn man...den Versuch machen wollte, es dem göttlichen Auge gleichzutun und die Gedanken des göttlichen Geistes vollständig nachzudenken. Der gewöhnliche menschliche Intellekt würde gar nicht fähig sein, die tiefsten Gedanken auch nur zu verstehen" - erhebt sich die Frage: Wie kann ein unpersönlicher Gott (als "Weltordnung der Naturwissenschaft") überhaupt geniale und "tiefste Gedanken" haben?

(5) Zu Plancks Bemerkung, "wer da behauptet, daß der ideale Geist nur im menschlichen Gedanken existieren könnte und mit dem Denkenden zugleich aus dem Leben verschwinden würde, der müßte konsequenterweise auch behaupten, daß die Sonne, wie überhaupt die ganze uns umgebende Außenwelt, nur in unseren Sinnen, als der einzigen Quelle unserer wissenschaftlichen Erkenntnis, existieren kann" - darf man wiederum fragen, wieso der objektiv vorhandene ideale Geist als das uns himmelhoch überlegenes Wesen, welches uns durch seine unfassbare Weisheit und tiefsten Gedanken völlig durchschauen kann, ohne Persönlichkeit sein muss?

(6) Wenn wiederum "die vollendetste Harmonie und damit die strengste Kausalität...jedenfalls in der Annahme eines idealen Geistes [gipfelt], der sowohl das Walten der Naturkräfte als auch die Vorgänge im Geistesleben des Menschen bis ins Einzelste und Feinste in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft durchschaut", - dann meinte Planck zu dieser Zeit und mit diesem Kommentar auch einen persönlichen Gott (und nicht eine unpersönliche naturwissenschaftliche Weltordnung); denn ein objektiv vorhandenes Wesen, das denken und durchschauen kann, ja das sich durch unübertrefflich "tiefste Gedanken" auszeichnet, muss ein persönliches Wesen sein.

(7) Wenn "das richtungweisende Losungswort in diesem Kampf von jeher und in alle Zukunft: Hin zu Gott!" lautet - dann erhebt sich die Frage: Hin wozu? Zu einer unpersönlichen physikalischen Weltordnung (die "Weltordnung der Naturwissenschaft") ? - Was jedenfalls außer einer Persönlichkeit, also einem persönlichen Gott, hätte sonst noch die Attribute (1) bis (6) mit dem Ziel der Näherung für den Menschen (7) aufzuweisen? Im Rahmen seines Vortrags Kausalgesetz und Willensfreiheit zitiert Max Planck zustimmend das Pauluswort aus Römer, Kapitel 8, Vers 28 (nach Planck in Anlehnung an Luther: "Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen") und Planck kommentiert (S. 167): "Wem es gelingt, sich bis zu dieser Lebensanschauung zu erheben, der ist wahrhaft glücklich zu preisen." Wenn jedoch Paulus von Gott spricht, dann spricht er immer vom allmächtigen und persönlichen Gott. Indem Planck Worte des Paulus über Gott zustimmend zitiert, sollte man annehmen, dass auch er nur den persönlichen Gott gemeint haben kann.

Zu dieser Frage finden wir übrigens das gleiche Problem in dem Aufsatz, auf den Planck in seiner obigen Antwort hinweist. Was bedeutet es, wenn Planck von sich selbst schreibt, dass er "von jeher tief religiös veranlagt" ist? In seinem Vortrag Religion und Naturwissenschaft sagt er:"Lebt Gott nur in der Seele der Gläubigen oder regiert er die Welt unabhängig davon, ob man an ihn glaubt oder nicht glaubt?...Der religiöse Mensch" [und dazu zählt sich Planck eindeutig; denn er nennt sich nicht nur religiös, sondern sogar " tief religiös"!] "beantwortet die Frage dahin, daß Gott existierte, ehe es überhaupt Menschen auf der Erde gab, daß er von Ewigkeit her die ganze Welt, Gläubige und Ungläubige, in seiner allmächtigen Hand hält und daß er auf seiner aller menschlichen Fassungskraft unzugänglichen Höhe unveränderlich thronen bleibt..." (S. 324)...."Doch berechtigen uns die tatsächlichen reichen Erfolge der naturwissenschaftlichen Forschung zu dem Schlusse, daß wir uns durch unablässige Fortsetzung der Arbeit dem unerreichbaren Ziele doch wenigstens fortwährend nähern, und stärken uns in der Hoffnung auf eine stetig fortschreitende Vertiefung unserer Einblicke in das Walten der über die Natur regierenden allmächtigen Vernunft" (S. 330/331)...." "...und wenn wir Gott außer seiner Allmacht und Allwissenheit auch noch die Attribute der Güte und der Liebe zuschreiben, so gewährt die Zuflucht zu ihm dem trostsuchenden Menschen ein erhöhtes Maß sicheren Glücksgefühls" (S. 332).

Und nun vgl. man bitte diese Ausführungen Plancks mit der folgenden (S. 331): "Nichts hindert uns also, und unser nach einer einheitlichen Weltanschauung verlangender Erkenntnistrieb fordert es, die beiden überall wirksamen und doch geheimnisvollen Mächte, die Weltordnung der Naturwissenschaft und den Gott der Religion, miteinander zu identifizieren. Danach ist die Gottheit...wesensgleich mit der naturgesetzlichen Macht, von der dem forschenden Menschen die Sinnesempfindungen bis zu einem gewissen Grade Kunde geben."

Diese Ausführungen scheinen mir eine pantheistische Facette Plancks deutlich zu machen.

Es ist für mich jedoch nicht nachvollziehbar, wie Gott, der so sicher existiert wie die Sonne (siehe Plancks Ausführungen oben) und welcher in unzugänglicher Höhe durch Allmacht, Allwissenheit, Vernunft, Denken, Güte und Liebe über die Natur regieren und dann aber zugleich mit der Natur identifiziert werden könnte.

Abgesehen von der Frage, ob Plancks Äußerung auf Grund gewisser Umstände nicht eine Konzession an den materialistischen Zeitgeist sein könnte (eine Frage, die sicher von vielen Lesern verneint wird), liegt vielleicht ein Teil des Rätsels Lösung auch in Plancks Formulierung: "...es gibt im Reich der Natur wie im Reich des Geistes kein Gebiet, das er [Gott] nicht allgegenwärtig durchdringt" (S. 321). Weiter könnte Planck auch an eine Komplementarität von Eigenschaften des idealen Geistes gedacht haben.

Aber vielleicht sollte man das, was mir als Widerspruch erscheint, auch ganz einfach stehen lassen als (1) zum Teil unterschiedliche Aussagen zu verschiedenen Zeiten unter verschiedenen Umständen und (2) zum anderen Teil aber auch als ein gewisses Problem, welches zwei verschiedene Seiten des einen großen Menschen und Forschers Max Planck reflektiert. Wo das Hauptgewicht seiner Aussagen zum Thema Naturwissenschaft und Religion liegt, erscheint mir jedoch eindeutig: Plancks pantheistische Aussagen sind verschwindend gering im Verhältnis zu seinen eindeutig "theistischen", so dass der heute immer wieder unternommene Versuch, die Gesamtheit der Feststellungen Plancks zum Thema Gott und Naturwissenschaft auf seine wenigen pantheistischen Bemerkungen zu reduzieren (genau 3 habe ich bisher gefunden, s.o.), mir völlig verfehlt erscheint. Dennoch "müssen wir uns davor hüten, den idealen Geist gewissermaßen als unseresgleichen zu betrachten...", so dass einem "neugierigen Frager" die Antwort entgegentönen würde: "Du gleichst dem Geist den du begreifst, nicht mir"" (Planck, S. 266). Vgl. dazu Jes. 40:12-28 [siehe auch ein 2100 Jahre altes dem Original in vielen Punkten nahekommendes bzw. identisches Manuskript in Hebräisch - die englische Übersetzung ist übrigens z.T. fehlerhaft].

Unzweifelhaft ist weiter, dass Max Planck auch im Rahmen der Naturwissenschaft ("als Naturforscher" wie er sagte - S. 318) sehr viel über Gott zu sagen hatte.

 

4. Plancks Thematik keine Ausnahme unter Naturwissenschaftlern

Weiter ist hervorzuheben, dass Plancks Stellungnahmen als Naturwissenschaftler zu dieser Frage keineswegs eine Ausnahme sind. Planck selbst hat oben schon auf "Kepler, Newton und Leibniz" hingewiesen (über jede dieser Geistesgrößen ließe sich eine ausführliche Arbeit zu dieser Thematik anfertigen). Überdies bemerkte Bernhard Bavink: "Die Physik leistet heute das, was die Astronomie immer geleistet hat...sie gibt dem sich in sie Vertiefenden einen ganz unmittelbaren, in keiner Weise erzwungenen oder erkünstelten, sondern ganz schlichten und einfachen, eben darum aber um so grandioseren Eindruck von der Größe und Herrlichkeit Gottes in der Schöpfung. Dieser Eindruck spricht ganz spontan aus den Werken unserer allerersten Physiker, wie Planck, Einstein, Sommerfeld, Eddington, Jeans" (Hervorhebungen im Schriftbild von mir). In der Abbildung oben Mitte sind [neben Nernst, Einstein und Planck] auch Max von Laue und Robert A. Millikan zu sehen, die ebenfalls in diesem Zusammenhang genannt werden können. Siehe auch Arbeiten von Carl Friedrich von Weizsäcker (z.B. DIE GESCHICHTE DER NATUR) (der Verfasser war 1946-1957 Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in Göttingen) und Hans-Peter Dürr ('1971-1995 geschäftsführender Direktor bzw. Stellvertreter Max-Planck-Institut für Physik und Astrophysik, München, seit 1991 MPI für Physik, Werner-Heisenberg-Institut') zum Thema PHYSIK UND TRANSZENDENZ, insbesondere auch zu Werner Heisenberg, aber siehe ebenso Walter Heitler aus 'dem Kreis der Physiker um Max Born' über DIE NATUR UND DAS GÖTTLICHE ["Natur kann gar nicht vollständig wissenschaftlich behandelt werden, ohne die Frage nach Gott miteinzubeziehen."]; siehe weiter Pascual Jordan: DER NATURWISSENSCHAFTLER VOR DER RELIGIÖSEN FRAGE. ABBRUCH EINER MAUER. (Das sind nur einige Andeutungen, die differenziert diskutiert werden könnten.)

 

 

_________________________

(1) Quelle: Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, Abt. Va, Rep. 11 Planck, Nr. 1797.

(2) Dieses Zitat sowie fast alle folgenden Zitate (mit Ausnahme von (4)) aus: Max Planck (1949): Vorträge und Erinnerungen. S. Hirzel Verlag Stuttgart. Die Jahreszahlen beziehen sich auf das Jahr, in welchem der jeweilige Vortrag gehalten wurde, die Seitenzahlen aber auf das soeben genannte Buch.

*"Die Keplerschen Gesetze gehören zu den in der Geschichte der Physik gar nicht allzu häufigen Beispielen bedeutender Entdeckungen, die nur einmal, von nur einem Forscher, gemacht worden sind - ohne Vorläufer und Vorbereiter, und ohne daß ein anderer zu nennen wäre, der gleiche oder ähnliche Ergebnisse errungen hätte. ...Seine wahrhaft gigantische Leistung, aus einem ungeheuren empirischen Zahlenmaterial - einer Sammlung von Messungsdaten - diese mathematischen Gesetze herauszulesen, trägt das Kennzeichen des Einzigartigen" (Pascual Jordan 1972/1978, pp. 66/67: Der Naturwissenschaftler vor der religiösen Frage. Abbruch einer Mauer. Gerhard Stalling Verlag. Oldenburg. 6. Auflage.)

(3) Zitiert nach Werner Heisenberg (1966): Das Naturbild der heutigen Physik. Rowohlt (124.-128. Tausend September 1966, pp. 50, 51).

**"Einstein hat die letzten drei Jahrzehnte seines Lebens einem heroischen Ringen gewidmet, in welchem er Unterlagen zu gewinnen hoffte für eine Zurückführung auch der Quantengesetze auf eine streng deterministische Physik. Planck hat zwar keinen ähnlichen Versuch unternommen, aber sich doch gesträubt, die statistische Auflockerung der Kausalität für endgültig zu halten. In unserem letzten Gespräch, nicht lange vor seinem Tode, schien er mir zwar stärker als früher geneigt, diese Folgerungen immerhin als eine in Betracht zu ziehende Möglichkeit anzusehen. Aber vielleicht entsprang dies mehr der persönlichen Güte eines alten Mannes gegenüber einem Jüngeren, dessen wissenschaftliche Bestrebungen er mit rührender Freundlichkeit beurteilte. Man kann aber den Zeitgenossen, die unter Berufung auf Planck und Einstein der "Akausalität" mißtrauen, nichts anderes sagen als dies: In der Physik gelten keine Autoritäten. Es gilt nur die Wahrheit. Auch Bewunderung und Verehrung, die wir den Großen der Forschung gegenüber empfinden, dürfen uns nicht dazu verführen, autoritätsgläubig zu werden. Von der Begrenztheit alles Menschlichen sind auch sie nicht ausgenommen; und die in diesem Buch betonte Bedeutung der Tradition als Lebenselement der Wissenschaft widerspricht durchaus nicht der Feststellung, daß es keinerlei Respektlosigkeit gegenüber Max Planck und Albert Einstein - als Grundsteinlegern unseres Zeitalters - bedeutet, wenn wir auch ihnen nur das glauben, was sie uns beweisen konnten..." "...Möchten wir aber, wenn uns die eigene Stellungnahme zu dieser Grundentscheidung moderner Physik schwerfallen sollte, doch Autoritäten als Richtweiser oder Leuchttürme wünschen, so ist wohl Autorität genug gesammelt in der "akausalen" Phalanx der Bohr, Born, Dirac, Heisenberg, Heitler, Hund, v. Neumann, Oppenheimer, Pauli, Rosenfeld, Stern, Weißkopf, Weyl, Wigner - ganz abgesehen von vielen glänzenden Namen der jüngeren Generation" (Pascual Jordan 1972/1978, pp. 196/197: Der Naturwissenschaftler vor der religiösen Frage. Abbruch einer Mauer. Gerhard Stalling Verlag. Oldenburg. 6. Auflage).

(4) Zitiert nach Max-Planck-Ausstellung 1997. (Mich wundert bei diesem Zitat, dass der sonst so auf peinliche Genauigkeit und höchste Sorgfalt bedachte Max Planck nicht von seiner Schrift "Religion und Naturwissenschaft" (wie der Titel genau lautet) gesprochen hat, sondern nur von "Religion und Wissenschaft".)

Abbildungen aus: Max-Planck-Gesellschaft. Berichte und Mitteilungen. Heft 3/97: Max Planck (1858 - 1947). Zum Gedenken an seinen 50. Todestag am 4. Oktober 1997. Geleitwort Hubert Markl. Vorbemerkung Eckart Henning. Herausgegeben von der Max-Planck-Gesellschaft, München.


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